24.3.2018 – Wormser Zeitung

Innenstadt-„Schwestern“ läuten zum Empfang

Von Johannes Götzen

DOMGLOCKEN Auf offenem Tieflader geht es am Mittwoch durch die City / Weihe am Ostermontag durch Bischof Peter Kohlgraf

WORMS – Die neuen Glocken für den Dom sollen gebührend begrüßt werden: Am kommenden Mittwochvormittag erreichen sie per Tieflader die Stadt Worms. Doch bevor sie in den Dom gebracht werden, geht es auf eine kleine Rundfahrt durch Worms. Dabei werden die Glocken der Innenstadt-Kirchen ihre neuen „Schwestern“ mit Geläut willkommen heißen, sobald sich der Lkw der jeweiligen Kirche nähert.

Amandus/Rupert, Heinrich/ Kunigunde, Petrus Faber, Heribert und Hanno – so heißen die fünf neuen Glocken für den Wormser Dom. Sie sind gedacht als ganz besonderes Geburtstagsgeschenk anlässlich der Tausendjahrfeier der Dom-Weihe. Auf Initiative des Dombauvereins wurden sie in der Glockengießerei Rincker in Sinn bei Wetzlar bereits Anfang Februar und Anfang März gegossen. Der Guss war ganz hervorragend gelungen, konnte der Inhaber der Gießerei, Hanns Martin Rincker, mit erkennbarem Stolz berichten. Selbst für ein so traditionsreiches Unternehmen wie das seiner Familie sei dies keine Selbstverständlichkeit, erklärte er gegenüber der WZ. 341 000 Euro kostet dieses Projekt insgesamt, das der Dombauverein seit rund drei Jahren vorangetrieben hatte.

Wie Domgemeinde und Dombauverein jetzt gemeinsam mitteilen, werden die Glocken bei ihrer Fahrt durch Worms auf einem offenen Tieflader dann für alle sichtbar sein. Dazu werden die Glocken zudem vorher etwas geschmückt, ihre Kronen werden Efeukränze tragen. „Nach altem Brauch werden die neuen Glocken zunächst an allen Innenstadtkirchen vorbeifahren, damit die Glocken der Wormser Kirchen ihre neuen Schwestern jeweils mit Geläut begrüßen können“, erläutert Propst Tobias Schäfer. Bei der Rundfahrt dabei sein werden die Messdiener der Domgemeinde und von St. Martin, die die neuen Glocken auf ihren Fahrrädern begleiten. „Die Glocken werden dann in den Dom gebracht und in speziellen Gestellen für die Glockenweihe aufgehängt“, erläutert der Vorsitzende des Dombauvereins Dr. Udo Rauch. Dadurch können sie auch angeschlagen werden, ihr Klang wird also erstmals zu hören sein.

Dass sie tatsächlich prächtig aussehen, dafür hat der Wormser Künstler Klaus Krier zusammen mit der Mannschaft bei der Gießerei Rincker in den vergangenen Tagen noch gesorgt. Er hatte die Zier der Glocken entworfen und umgesetzt, jetzt legte er letzte Hand an. Die Glocken mussten noch brüniert werden, sie erhielten eine Schutzschicht. „Damit haben sie jetzt den Bronze-Charakter erhalten“, erläutert Krier. Er freut sich, dass die Zier aller fünf Glocken gelungen ist: „Es ist so geworden, wie ich es erhofft habe.“

Die Glockenweihe wird im Rahmen einer Pontifikalvesper am Ostermontag, 2. April, um 15 Uhr durch Bischof Peter Kohlgraf im Wormser Dom stattfinden. Dort sind die neuen Glocken dann auch nach Ostern noch einige Tage auch für die Öffentlichkeit aus der Nähe zu sehen. Voraussichtlich am 10. und 11. April werden sie dann mit einem großen Kran in die Türme des Domes eingehoben, kündigt Propst am Dom Tobias Schäfer an.

Der Dombauverein nutzt die Ankunft der Glocken, um ein neues Schmuckstück vorzustellen, das Goldschmiedin Annette Kienast-Kistner für den Dombauverein kreiert hat. Es ist das „Domglockenkreuz“, ein geweihter Anhänger aus 925/000 Sterling Silber. Genau acht Glocken – also so viele, wie der Dom künftig haben wird – bilden hier das Kreuz. Die Gravur auf der Rückseite erinnert daran, dass dieses Schmuckstück zur Feier tausend Jahre Domweihe herausgebracht wurde. Ein Teil des Verkaufserlöses geht an den Dombauverein und unterstützt so die Innenrestaurierung.

GLOCKEN-FAHRT

Am Mittwoch, 28. März, werden die neuen Glocken durch Worms gefahren, Start ist um 11 Uhr im hessischen Rosengarten, von dort geht es über die Rheinbrücke in die Stadt. Es folgen diese Stationen:

11.10 Uhr: Liebfrauenkirche, weiter über Nibelungenring, Petrus-Dorn-Straße, Mainzer Straße

11.15 Uhr: Lukaskirche, weiter über Pfortenring, Gaustraße, Bebelstraße

11.25 Uhr: St. Amandus-Kirche, weiter über Bebelstraße, Friedrich-Ebert-Straße

11.35 Uhr: Lutherkirche, weiter über Friedrich-Ebert-Straße, Lutherring, Adenauerring

11.45 Uhr: St. Martins-Kirche, weiter über Korngasse, Friedrichstraße

11.55 Uhr: Friedrichskirche und Pauluskirche, weiter über Römerstraße, Hagenstraße, Ludwigstraße, Pfauentorstraße, Schönauerstraße, Am Andreastor, Weckerlingplatz

12.05 Uhr: Magnuskirche, weiter über Andreasstraße, Lutherring, Stephansgasse, Marktplatz

12.10 Uhr: Dreifaltigkeitskirche, weiter über Neumarkt-Straße, Domgasse zum Schlossplatz

12.20 Uhr: Ankunft am Kaiserportal Dom