26.06.2017 – Wormser Zeitung

13. Weinmeeting des Wormser Dombauvereins spült Geld für Glockenguss in die Kasse

Von Markus Holzmann

WORMS – Gemeinhin gilt die Zahl 13 als Pech- oder Unglückszahl – nicht jedoch in Bezug auf die 13. Auflage des Weinmeetings des Dombauvereins. Unter dem Motto „Vier Winzer, vier Türme, 40 Weine“ hat alles gepasst, allem voran der baustellenbedingte Umzug vom Kreuzgang des Andreasstiftes in den Innenhof der Martinskirche. Schon kurz nach Beginn strömten zahlreiche Besucher in den mediterran anmutenden Innenhof, am Ende waren es dann weit mehr als 100 Weinfreunde.

Von einem breiten Einzugsgebiet der Besucher, die nicht nur aus der Stadt Worms, sondern teilweise aus ganz Rheinhessen kamen, informierte Iris Muth, die Geschäftsführerin des Dombauvereins. Viele kommen regelmäßig. So wie Hans-Günther Winkler aus Worms, der sich wegen des besonderen Ambientes der Veranstaltung und wegen der Möglichkeit, diverse Weine probieren zu können, auf den Weg gemacht hatte.

Die vier Weingüter, die nicht nur ihre Weine kostenlos zur Verfügung gestellt hatten, sondern diesen auch selbst kredenzten, kamen allesamt aus Abenheim – drei als Wiederholungstäter und mit dem Weingut Schäfer ein Neuling. Jens Schäfer, der sofort zugesagt hat, als ihm der freie Platz angeboten wurde, hatte einen Querschnitt seiner Weine dabei, wobei das Angebot sich auf sommerlich-angepasste Weißweine konzentrierte.

Bereits zum sechsten Mal dabei war das Weingut Weinmann, das mit zwei Experimenten daher kam – eher rheinhessenuntypisch mit einem Grünen Veltliner, der ursprünglich aus Österreich stammt, und dem zweiten Versuch, der es den Weinkennern ermöglichte, einen Gewürztraminer zu kosten, der aus dem gleichen Most stammend einmal lieblich und einmal trocken ausgebaut wurde. Beim Weingut Boxheimerhof stolperte man über einen Riesling vom Brummelochsenboden, einer Gemarkungslage, die ihren Namen wegen des schweren Bodens erhielt, bei dem in früheren Zeiten, die Ochsen vor den Maschinen brummten und unwillig ob der Anstrengung waren. Und natürlich durfte die berühmte Liebfrauenmilch im Angebot nicht fehlen, die das Weingut Klosterhof ausschenkte.

Für eine kulinarische Grundlage des Weins sorgte das Ristorante Ambiente, das einen Mix aus Anti-Pasti und rheinhessischem Spundekäs bereithielt. Und wer das Experiment von Schokolade und Wein wagen wollte, konnte das mit Süßem von der Chocolaterie Holzderber probieren.

Für eine besondere Hintergrundmusik sorgte das Duo „Café Chez Nous“. Michael Tropf am Saxofon und der singende Kontrabassist Richard Waltner sorgten mit Swingstücken und Filmmusiken aus den 30er- und 40er-Jahren für Begeisterung bei den Weinliebhabern.

Zufrieden mit der Veranstaltung zeigte sich der Vorsitzende Dr. Udo Rauch. Der Erlös trägt wieder einen Teil zu den geplanten fünf Glocken bei, die zur 1000-Jahr-Feier des Doms im kommenden Jahr gegossen werden sollen.

Beim 13. Weinmeeting des Dombauvereins schenkt Jens Schäfer aus, auch Vorsitzender Udo Rauch (li.) probiert ein Glas. Foto: pa/Dirigo

Photo: pa/Dirigo