5.12.17 – Wormser Zeitung

„Nicht lauter, sondern harmonischer“ – Wormser Dom soll fünf weitere Glocken bekommen

Fachmann Karl-Engelbert Morlo begutachtet das Geläut im Turm des Doms
Fachmann Karl-Engelbert Morlo begutachtet das Geläut im Turm des Doms Foto: Photoagenten/Alessandro Balzarin

Fünf neue Glocken, die das bald nach dem Krieg angeschaffte dreistimmige Domgeläut ergänzen sollen, sind das Geburtstagsgeschenk des Dombauvereins an den Wormser Dom, der im kommenden Jahr 1000 Jahre alt wird. Nicht lauter, sondern harmonischer und voller werde das künftige Domgeläut, verspricht der Vorsitzende des Dombauvereins Dr. Udo Rauch. Und der Propst am Dom freut sich, dass das Geläut perfekt auf die umliegenden Innenstadtkirchen abgestimmt ist und so ein eindrucksvolles ökumenisches Stadtgeläut entstehe.

Nach altem Brauch erhalten die neuen Glocken auch jeweils einen Namen und ein besonderes Anliegen. „Es war uns wichtig, als Glockenpatrone Heilige auszuwählen, die einen besonderen Bezug zu Worms und zum Dom haben“, erläutert der Propst. Die heiligen Wormser Bischöfe Amandus und Rupert wurden daher genauso ausgewählt wie das Herrscherpaar Heinrich und Kunigunde, die bei der Weihe des Doms vor tausend Jahren in Worms weilten. Weitere Glockenpatrone sind der aus Worms stammende Kölner Erzbischof Heribert, ein Zeitgenosse Bischof Burchards, sowie der Wormser Bischof Hanno.

Klaus Krier ist beauftragt, die Glockenzier zu entwerfen

Schließlich ist der erst kürzlich von Papst Franziskus heiliggesprochene Jesuit Petrus Faber unter den Glockenpatronen: „Er war als Sekretär des päpstlichen Legaten bei den Religionsgesprächen 1540 in Worms und galt als ein aufgeschlossener und auf Versöhnung bedachter Theologe. Petrus Faber ist daher in der Lutherstadt Worms ein guter Patron für die Ökumene“, erläutert Propst Schäfer. Nicht nur mit einer Inschrift, sondern auch in künstlerischer Gestaltung sollen die Patrone auf den jeweiligen Glocken verewigt werden. Dombauverein und Domgemeinde haben darum den Wormser Künstler Klaus Krier beauftragt, die Glockenzier zu entwerfen.

Für Krier ist dieser Auftrag eine besondere Herausforderung, erfordert doch die Gestaltung von Glocken eine ganz eigene Technik. „Die Bilder und Inschriften werden in Wachsreliefs auf die Glockenform aufgebracht und später ausgebrannt, sodass ein Hohlraum entsteht, der beim Guss von der Glockenbronze ausgefüllt wird“, erläutert er. Mehrfach war Krier mittlerweile schon in der Glockengießerei Rincker in Sinn, die mit dem Glockenguss beauftragt ist, um sich abzusprechen.

Der Glockenguss der fünf Glocken wird in zwei Etappen erfolgen: Die ersten drei Glocken werden am Freitag, 2. Februar, die beiden übrigen Glocken am Freitag, 2. März, in Sinn in Oberhessen gegossen. Die Domgemeinde plant jeweils eine Busfahrt zum Glockenguss.