10.12.2019 – Wormser Zeitung

Von Ulrike Schäfer

Wormser Dombauverein feiert 20-jähriges Bestehen

Auf den Tag genau 20 Jahre nach seiner Gründung ließ der Verein im Haus am Dom das Geleistete Revue passieren und tauchte tief in die Geschichte des Gotteshauses hinein.

Burkhard Keilmann thematisierte in seiner Festrede die historischen Vorläufer des Dombauvereins. (Foto: BK/Andreas Stumpf)
Am 8. Dezember 1999 war der Wormser Dombauverein gegründet worden. Auf den Tag genau 20 Jahre später ist am Sonntag nun der runde Geburtstag gefeiert worden.
Beim Festakt im Haus am Dom ließ der Vorsitzende Dr. Udo Rauch die vergangenen Jahrzehnte Revue passieren. Er berichtete von der Gründung, die mit Nachdruck von dem verstorbenen Bischof Karl Kardinal Lehmann betrieben worden war.
Die Bilanz, die Udo Rauch ziehen konnte, war beachtlich. Vieles hat der Verein für den Dom bewegt. So wurden die Seitenaltäre restauriert (2002), der Hochaltar (2005), das Chorgestühl (2010), die sechs Heiligen im Schiff (2011-2014), insgesamt elf farbverglaste Fenster im nord- und südöstlichen Querhaus (2012 und 2014) finanziert und, anlässlich des 1000-jährigen Weihejubiläums des Doms, das bisherige Geläut um fünf neue Glocken (2018) ergänzt. Die Restaurierung der zwei barocken Chorambonen soll in Kürze abgeschlossen sein. Dies alles sei möglich gewesen, weil es gelungen sei, Begeisterung bei den Menschen zu entfachen und sie bei den Projekten mitzunehmen, sagte Rauch und sprach die Hoffnung aus, dass sich die Mitgliederzahl von derzeit 700 weiter erhöhen möge.
Wulf Meier, Vorsitzender des Kuratoriums, dem 30 Mitglieder aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Verwaltung angehören, schilderte die Aufgaben dieses Gremiums. Es begleite den Verein, gebe Anregungen, bemühe sich um Sponsoring, werbe Mitglieder und bringe auch seine Außenwirkung nach vorne. Dem Verein sei es nicht nur gelungen, für ein schönes, bestens gepflegtes Kirchenschiff zu sorgen, sondern auch Emotionen zu wecken, dass sich die Menschen mit dem Dom identifizieren können.
Den Festvortrag hielt Dr. Burkard Keilmann, der nach einem humorvollen Einstieg über seine Zeit als Messdiener die Historie der bisherigen Dombauvereine aufrollte und dabei auch die unterschiedliche Haltung der Menschen zu dem Gotteshaus skizzierte. Der erste Verein hatte sich 1856 gegründet, weil der Dom in einem erbärmlichen Zustand war, während zeitgleich für viel Geld das Lutherdenkmal errichtet wurde. Der Verein versandete jedoch nach anfänglichen Erfolgen.
Nachdem es zu einer Annäherung der Konfessionen gekommen war, gab Dompropst Philipp Jakob Fehr 1884 dann den Anstoß zur Bildung eines Domkomitees, in dem die gesamte wirtschaftsstarke Elite von Worms vertreten war. So konnte es zu den Sanierungsmaßnahmen unter Stadtbaumeister Karl Hofmann kommen, die einzigartig in der Kirchenbaugeschichte sind.
Nachdem am 21. Februar 1945 der Dachstuhl des Doms in Flammen aufgegangen war, sei, so Keilmann, zwar Bedarf für einen neuen Verein gewesen, doch der Kirchenvorstand habe damals andere Sorgen gehabt. Erst 1999 kam es dann zur Neugründung. Heute habe sich die Bedeutung des Doms für die Menschen gewandelt. Bischof Peter Kohlgraf habe ihn anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums als „Predigt in Stein“ bezeichnet, und der Dombauverein habe alles getan, um diese Kernaussage durch seine Aktivitäten zu untermauern.
Zum Abschluss des Festaktes dankte Propst Tobias Schäfer allen Teilnehmenden, dem Collegium vocale unter Leitung von Dan Zerfaß, das die Veranstaltung mit mehreren Beiträgen festlich umrahmt hatte, und dem Dombauverein. „Der heutige Tag war noch kein Endpunkt“, schloss er. „Der Erhalt des Doms wird eine bleibende Aufgabe sein.“